Tank­kel­ler

Wie kann man mit Kultur einen Ort und eine Ge­mein­schaft ak­ti­vie­ren?

Kunde
Verein Kerngehäuse
Branche
Kultur, Zwischennutzung und Ortsentwicklung
Grösse
225 Kulturschaffende, 5’000 bis 6’000 Besucherinnen und Besucher
Wie kann man mit Kultur einen Ort und eine Gemeinschaft aktivieren?

Was passiert, wenn man eine still­ge­leg­te Mosterei nicht abreisst, sondern für drei Monate mit Kunst, Kultur und Leben füllt?

Ausgangslage

Mitten im Dorfkern von Egnach stand eine ehemalige Mosterei. Über Generationen wurden hier Äpfel und Birnen verarbeitet, bevor der Betrieb stillgelegt wurde. Das Gebäude war für viele Menschen Teil ihrer persönlichen Geschichte und gleichzeitig ein Symbol für den Wandel der Region.

Vor dem geplanten Rückbau entstand die Idee, diesen Ort ein letztes Mal zu beleben. Nicht mit einer Abschiedsfeier, sondern mit einer kulturellen Zwischennutzung. Die ehemalige Mosterei sollte für kurze Zeit wieder zum Treffpunkt werden und zeigen, welches Potenzial in einem solchen Ort steckt.

Fragen

  • Wie bringt man Menschen an einen Ort, den viele längst abgeschrieben haben?

  • Wie wird aus einer Industrieanlage ein kultureller Begegnungsort?

  • Wie verbindet man zeitgenössische Kunst mit der lokalen Bevölkerung?

  • Und wie kann Kultur dazu beitragen, über die Zukunft eines Dorfes nachzudenken?

Lösung

Gemeinsam mit dem Verein Kerngehäuse entwickelten wir die Marke Tankkeller und bauten eine umfassende Kommunikationsplattform auf. Website, Newsletter, Pressearbeit, Crowdfunding, Beschilderung, Führungen und sämtliche Kommunikationsmittel wurden als Teil einer gemeinsamen Geschichte gedacht.

Die Geschichte des Ortes wurde dabei zum Ausgangspunkt. Die ehemaligen Produktionsräume erhielten neue Bedeutungen. Aus dem Gärkeller wurde ein Ausstellungsraum, aus dem Tanklager eine Bühne, aus der Mosterei ein Ort für Begegnungen, Diskussionen und Kultur.

Während drei Monaten bespielten elf Künstlerinnen und Künstler die riesigen Kellerräume mit ortsspezifischen Installationen. Ergänzt wurde dies durch Konzerte, Lesungen, Performances, Führungen und ein Bistro mit regionalen Produkten. Kunst, Kulinarik und Gemeinschaft wurden bewusst miteinander verbunden.

Wirkung

Der Tankkeller entwickelte sich zu einem der grössten kulturellen Zwischennutzungsprojekte der Ostschweiz. Über 5’000 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg nach Egnach. 225 Kulturschaffende wirkten am Projekt mit. Mehr als 30 Medienberichte sorgten für eine weit über die Region hinausreichende Aufmerksamkeit. thurgaukultur.ch

Noch wichtiger waren jedoch die Begegnungen. Der Tankkeller brachte Menschen zusammen, die sich sonst kaum begegnet wären: Kunstschaffende, Landwirte, Gewerbetreibende, Vereine, Familien, Politikerinnen und Politiker. Für kurze Zeit wurde die Mosterei wieder zum Zentrum des Dorfes und zum Ausgangspunkt für Gespräche über die Zukunft des Ortes.

Anekdote

Nach über einem Jahr Planung und vier Monaten Aufbau standen wir an der Vernissage inmitten von Hunderten Besucherinnen und Besuchern. In diesem Moment wurde klar: Die Menschen kamen nicht nur wegen einer Ausstellung. Sie kamen, um einen Ort nochmals zu erleben, der Teil ihrer eigenen Geschichte war. arttv.ch

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